Geschichte der Elisabeth-Klinik Bigge

Die Geschichte der Elisabeth-Klinik ist untrennbar verbunden mit der Geschichte der Josefs-Gesellschaft, die 1904 von Heinrich Sommer in Bigge gegründet wurde.

 

Heinrich Sommer, am 3. Januar 1872 in Ahlen geboren, entstammt einer alten westfälischen Familie. Sein Vater besaß eine große Druckerei, in der er eine Lehre absolvierte. Doch er fühlte sich zum Priester berufen. Wegen seiner schwachen Gesundheit musste er das Gymnasium Paulinum in Münster vor dem Abitur verlassen. In Remscheid machte er eine Ausbildung zum Drogisten und trat dann in den Orden der Steyler Missionare ein. In deren Konvent in der Nähe von Wien konnte er in der Hausapotheke, bei der Krankenbetreuung und bei der Ausbildung seiner Mitbrüder helfen, aber nicht Missionar werden. Mit 27 Jahren wurde er schließlich zum Priester geweiht. Einige Zeit später verließ er die Ordensgemeinschaft und widmete sich ganz der „Krüppelfürsorge“ und gründete in 1904 die Josefs- Gesellschaft als „charitativer Verein für Heilung, Pflege und gewerbliche Ausbildung verkrüppelter Personen“.

 

Der Verein baute im sauerländischen Bigge ein erstes „Krüppelheim“. Die Gründungsmitglieder wollten die Lebensbedingungen von körperbehinderten jungen Menschen durch medizinische Pflege und vor allem durch eine Berufsausbildung verbessern. Darüber hinaus verfolgte Sommer das Ziel, Menschen mit Behinderungen Zugänge zu modernsten medizinischen Versorgungen zu schaffen.

Er schrieb unter dem Stichwort – Die großen Erfolge der Medizin auf dem Gebiete der Krüppelheilung – : „Unsere moderne Orthopädie hat es weit gebracht. Ein großer Prozentsatz der armen Krüppel könnte dauernd geheilt werden, wenn nur endlich einmal unsere Caritas orthopädische Kliniken ins Leben riefe. Ohne Caritas ist hier wenig zu hoffen; denn die Privatanstalten unserer Orthopäden fordern unerschwinglich hohe Summen für Pension und Behandlung.“ Und so kam es zur Gründung der Elisabeth-Klinik. Die Josefs-Gesellschaft ist diesem Gründungsimpuls bis heute treu geblieben.

Pfarrer Heinrich Sommer
Pfarrer Heinrich Sommer